Agnes Aulbach - "Imbißhalle" Seltersweg

Mutti in der Wurstbude Gießen Seltersweg/Ecke Plockstraße 1950-1951

 

51-Wurstbude - Agnes Aulbach ca 1950-52-Colorized-560

 

 

 

 

 

Der Würstchenstand hat von 1948 bis 1953 Gießen Seltersweg Ecke Plockstraße gestanden (Seltersweg 15 oder 13). Damals wurden fanatisch die Kriegs-Trümmer beseitigt sowie neu gebaut. Hier ein Bild von der Ecke Plockstraße von 1949 mitsamt dem Budchen:

 

49-Wurstbude 1949Gimp FastStone inpaint-Colorized-Enhanced, struktur hell-560

Das Bild stammt aus dem Film: “Wiederaufbau Gießen um 1950” (bei YouTube). Es wurde von mir geschärft, aufgehellt von Streifen bereinigt und per KI koloriert.

 

Das folgende ist eines unserer ersten Fotos der Wurstbude. Das Foto stammt von 1950 oder 1951. Die Frau auf dem Bild ist Frau Kratz, die Tochter des Wochenmarktmetzgers aus Nieder-Ohmen, der für uns die wohlschmeckendsten Würstchen worldweit produzieren konnte. Von ihr stammt übrigens die Kamera von der hier einige der besten Fotos aus Anfang der 50er Jahre stammen (vermutlich eine Leica). - Rechts ist das Wurstbudchen (“Wurst-Bar”) von Herrn Plaumann, Sein Sohn verkauft auch jetzt noch (2013) Würstchen im Seltersweg (gegenüber vom traditionellen Eis-Cafe Dolomiten - gibt’s jetzt auch schon nicht mehr - Anm. 2014). Die Bratwürste bei Plaumann sind ausgezeichnet - vom würzigen Geschmack her so die Richtung Thüringer Bratwurst. - Unterhalb der rechten Fensterklappe unserer Wurstbude befindet sich ein Plakat, das die diversen Filme des Monats im “Lichtspielhaus” und im “Gloria” auflistete. Deswegen hatten wir immer auch 2 Freikarten. Im Hintergrund befinden sich die Motorräder von Herrn Plaumann, der aus Lollar kam und jeden Werktag diese Strecke mit dem Motorrad hin und zurück fuhr. - Das Grundstück gehörte “Jul.Bach”. Weil der Besitzer, der vorm Kriech auf dem Grundstück ein wunderbares Porzellanwaren-Geschäft hatte, jetzt wieder neu seinen Laden dort aufbaute, mussten wir 1953 wegziehen: auf runden Holzbohlen spätabends die Bude auf der Straße weggerollt ein paar Hausnummern weiter (hinter der Maigasse). Es war sodann bis 1960 Seltersweg 7 neben dem Haus von Uhren-Balser, heute "Juwelier Balser E.K", also da, wo jetzt der "dm-drogerie markt" ist.

 

Wurstb-02 mit Frau Kratz-Fotodruck 15x10 FastSt-Colorized-Enhanced,Gimp, Mittelpunkt-560

 

 

 

 

 

Eine gut gelaunte Agnes - was nicht gerade häufig vorkam bei all dem Stress den sie - vor allem auch wg. des Geschäfts -  hatte, - und überhaupt!

 

50-WURSTBude-Mutti - gut gelaunt FastStone-560 -Colorized-Enhanced, impaint-560

 

 

 

 

 

links Frau Kratz aus Niederohmen (Tochter von Wochenmarkt-Metzger Kratz, der uns die besten Würstchen worldwide lieferte). Frau Kratz sorgte für diese Wurstbudenfotos. Dieses stammt wahrscheinlich von 1951. Mutti’s Sohn ist hier so um die 10 Jahre alt.

in der Mitte ich, rechts dahinter meine Mutter

 

 

 

2-Wurstb-1953~Manfred Frau Kratz Mutti, sharpen pse7 inpaintx3 max Details-B560-Colorized

 

 

 

 

 

Wurstbude Seltersweg/Ecke Plockstraße 1951. Man beachte im Hintergrund rechts das Schild “Bach”. Derselbe war Besitzer des Grundstückes auf dem die Wurstbude stand. Später baute er sein Haus an dieser Ecke wieder auf - mit einem Porzellanwarenladen unten drin - und wir mußten weichen. Glücklicherweise fanden wir einen Platz 100m weiter links (späterer Kerber-Treff). Man beachte weiterhin das große Haus im Hintergrund. Darin befand sich eine der bedeutendsten Gießener Kultureinrichtungen dieser Zeit, nämlich das UC (Universitätscafé). In zwei Stockwerken war dort außer dem Café noch Tanz und Kinder-Fasching und Amis (mit Flipperautomaten, Musicbox usw.).

 

 

 

Wurstbudchen-01 (klein, Hintergrund 'Bach')-Retoucher-1-560

 

 

 

 

 

Mutti in der Wurstbude Seltersweg/Ecke Plockstraße. Man beachte die Reklameschilder: in der Mitte “Ihring Melchior Bier”. Links und rechts die damalige neue Zigarettenmarke “Texas”. Dann die alte “Ova” und rechts neben der Bierreklame die für mich als Kind interessanteste Zigarettenmarke “Liberty”: Zu ihr gab es in kleinen Heftchen ein für uns Deutsche damals völlig neuartiges Gebilde, nämlich Comic-Strips mit ‘Old Joe’, die mir und meiner Mutter ausnehmend gut gefielen. - Rechts daneben dann die Zigarettenmarken “Collie” , “Zuban” und nochmals “Texas”. Coca-Cola kam erst später - meines Wissens 1952.

 

 

 

Wurstbudchen-03 (klein, meine Mutter)-Retoucher-560

 

 

 

 

 

Bürokratische Schikane durch das Gewerbeamt 1955:

 

55-Gewerbeamt 1955-560,pse7

 

 

 

Einiges zur Geschichte der Wurstbude:

 

Guten Abend Herr Aulbach,

ich heiße Marcus Damm bin 36 Jahre alt und interessiere mich schon seit längerer Zeit für die Giessener Stadtgeschichte, alles was ich über die Stadt weiss, habe ich mir angelesen oder anderweitig durch erfragen und so weiter angeeignet. Durch Zufall bin ich auf ihre sehr gut gemachte Seite gekommen und habe mit großer Aufmerksamkeit die Handgezeichneten Pläne vom Bereich Teufelslustgärtchen studiert, dabei ist mir die Wurstbude ihrer Mutter aufgefallen, jetzt zu meiner Frage, stand die Wurstbude etwa dort wo heute die DM-Drogerie oder der Juwelier Balser war?? Als Kind war ich mit meiner Oma öfter bei Fuhr um einige Sachen für meine Eisenbahn zu kaufen, danach ging es immer noch an diese Würstchenbude im Seltersweg, komischerweise konnte mir niemand, weder mein Vater noch die Oma genau sagen wo diese Bude stand, ich kann mich nur noch düster daran erinnern, sie stand etwas zurück versetzt auf einem Grundstück und am Anfang des Grundstückes war ein Lattenzaun, die Bude kam etwa Ende der 70er Jahre dann weg. Habe ich etwa bei ihrer Mutter noch Bratwürstchen gegessen???

 Freue mich auf eine Antwort von ihnen, vielen Dank.

Marcus Damm [07.12.2008]

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Mittwoch 10.12.08

Sehr geehrter Herr Damm,

Recht vielen Dank für Ihre freundliche Email! Insbesondere freut es mich, daß Sie den Plan vom Teufelslustgärtchen genauer studiert haben. Das Geschichtsinteresse am alten Gießen ist doch ein interessanter Tatbestand. Darf ich fragen, wie Sie dazu gekommen sind?

Nun zu Ihrer Frage.

Daß Sie unsere Wurstbude kannten, halte ich für ausgeschlossen, da wir mit unserer Bude im Jahre 1960 von Herrn Kerber, der inzwischen das Grundstück im Seltersweg neben dem Uhren-Balser von Herrn Freund für 50.000 DM gekauft hatte, gekündigt wurden. Der Juwelier Balser bestand  mit seinem damaligen Neubau in den 50er Jahren schon. Das Kaufhaus Kerber (1950 als dieser Rundbau Ecke Neuenweg erbaut) war sehr an Balsers Grundstück bzw. neuem Gebäude interessiert, aber der verkaufte nicht, weil er was gegen diese großen Kaufhäuser hatte. Somit konnte Kerber auch nicht viel mit dem neu erworbenen Grundstück neben dem Uhren-Balser anfangen, wo wir früher drauf standen. Kerber wollte wohl was Durchgehendes errichten. So wie Karstadt das auch machte oben am Selterstor. Zunächst stand das Grundstück ein paar Jahre leer. Man hatte uns also (meiner damaligen Ansicht nach) umsonst gekündigt. Doch dann war da - meines Wissens -  irgendwann (ich weiß es leider nicht ab wann) als Provisorium sowohl ein größerer Gemüsestand (links) als auch eine neue, sozusagen offiziöse Wurstbude (ganz rechts vom Seltersweg aus betrachtet). Wahrscheinlich haben Sie diese Wurstbude in Erinnerung. Später dann, ich glaube Ende der 80er oder Anfang der 90er Jahre (ich muß mal meine Frau fragen, die weiß das genauer), entstand auf genau diesem Grundstück der "Kerber-Treff". Unser Wurstbuden- Grundstück war in den 50er Jahren ein leergeräumter freier Platz. Außer uns gab es noch Wistrup mit Obst und Gemüse, direkt am Balser-Haus, dann noch Hockels mit  einem Zeltstand mit Herdputz, Rasierklingen usw. Vom Seltersweg aus betrachtet wurde das Grundstück umrahmt rechts von einer imposanten hohen Ruine, wo das Stahlgerippe noch stand, und links vom neu erbauten Uhren-Balser. Wie lang diese Ruine noch stand, weiß ich leider ebenfalls nicht mehr. Jedenfalls 1960 stand sie noch. An diese Ruine schloß dann weiter rechts im Seltersweg ein Grundstück an, wo früher vor dem Krieg "Schwab's Weinstuben" waren. Nach dem Krieg war das Lokal mit diesem Namen als Baracke eine Hochburg von Ami-Kneipe, die 1949 von der MP (Military Police) für "Off Limits" (Zutritt verboten) erklärt wurde (mit entsprechendem Schild an der zugenagelten Tür). Es muß sich da also erheblich einiges an Remmidemmi und Schwarzmarkt abgespielt haben.  Dann schloß sich neben diesem Grundstück diese kleine Gasse an, die auch heute noch existiert, die "Maigasse".

Vor dem Krieg war auf unserem Wurstbuden-Grundstück der "Lotzekasten" - ein sehr bekanntes Gießener Lokal. Wir wurden in der Wurstbude, damals nach dem Krieg, oft danach gefragt: "Hier stand doch früher der Lotzekaste?!" - Er gehörte der Familie Freund.

 

                                       LOTZEKASTE-Colorized-Enhanced-H600

 



Wir befanden uns übrigens zunächst (bis ca. 1952-53) an einer anderen Stelle mit unserer Wurstbude - und zwar Seltersweg, Ecke Plockstraße. Es gibt ein paar Fotos auf meiner Website aus dieser Anfangszeit:
 

[Link auf diese Fotos]

Doch als Herr Bach, der dieses Eckgrundstück besaß, neu bauen wollte (ein Porzellanwarengeschäft), mußten wir dort weichen und fanden neben dem Uhren-Balser einen neuen Platz. Einige Lagerarbeiter von Kerber halfen uns damals, abends, die Wurstbude auf Rundhölzern über den Seltersweg dorthin zu rollen .

Der Uhren-Balser hatte übrigens in den 50er Jahren  - vermutlich auch in den 60ern - eine große erleuchtete Uhr über seinem Laden hängen. Die schlug alle Viertelstunde den Westminster-Ton an.

Natürlich könnte ich noch einiges mehr erzählen, ich will es aber hierbei bewenden lassen.


Nochmals vielen Dank für Ihre freundliche Zuschrift,
vielleicht bis Wieder Mal
grüßt Sie freundlich

Manfred Aulbach

 

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Hier kommen nun einige meiner Fotos von unserem Wurstbudchen vom Sommerschlußverkauf 1954 - sie sind meiner Ansicht nach interessante Dokumente dieser Zeit.

Die Fotos sind mit meiner Baldinette von 1953 geknipst (und 2026 KI-koloriert)

           Baldinette-US-Werbung-Colorized, sharpen-H600

 

 

Im Hintergrund herrscht Hochbetrieb am Stand von Hockels. Heinz Hockel hatte öfters Gastbetreiber, die interessante Artikel anboten. Was weiß ich, die Wunderpflanze aus der Wüste, die alles heilt, dazu Gläser mit Bandwürmern, ein Bündel von Dankesbriefen u.dergl. Diese Händler konnten spannende Vorträge halten, bis die Leute bereit waren, ihr Portemonnaie zu zücken, und ordentlich Zaster auf den Tisch zu blättern. Später zählten die schlauen Händler ihre Geldscheine hinter unserer Wurstbude.

 

54-05-0007-SSV-Mutti vorne-1-Colorized-Enhanced-560

 

 

 

 

 

Bei Hochbetrieb wurden auch außerhalb des Budchens Würstchen verkauft. Man sieht meine Mutter, wie sie gerade ein Würstchen mit Brötchen rüber reicht. - Rechts sieht man den Seltersweg Richtung ‘Zigarren-Möser’ und Selterstor

 

54-05-0008-SSV-Mutti vorne-2-Colorized-Enhanced-560

 

 

 

 

 

Mutti mit ihrem ‘Wurstschwengel’ aus Holz mit dem man die Würstchen aus der Pfanne holte oder sie wendete. Links vom Bräter, in der eingepackten Flasche, ist Öl zum Braten, rechts unter dem Küchenhandtuch, im Körbchen, sind Brötchen.

 

54-05-0010-SSV-Mutti vorne-3-Colorized-Enhanced, inpaint-560

 

 

 

 

 

In der Bude selber sieht man Tante Gretel, die Schwester meiner Mutter, sie half (selten) manchmal aus, wie hier z.B. beim Boom-Tag des Sommerschlußverkaufs 1954.

Rechts hinter meiner Mutter ist ein Geselle der Bäckerei Plaier aus der Licher Straße, er bringt einen neuen Sack voll Brötchen. - Man beachte auch das (das leider nur halbe) Reklameschild von “Ihring Melchior Bier”. Damals hatten Bierflaschen grundsätzlich keine Kronkorken, sondern Bügel-Verschlüsse.

Links Gretel - rechts Agnes

 

54-05-0020-Mutti außen, Gretel innen-Colorized-Enhanced, FastStonex2, inpaint-560

 

 

 

 

 

C’est moi - der 13-jährige Sohn, der natürlich ebenfalls grundsätzlich immer - auf die verschiedenste Weise - neben Schule und sonstiger Interessen, in den Geschäftsbetrieb eingespannt war.

Rechts sieht man ein Stück der Ruine vom Bekleidungsladen Köhler - von vorm Kriech

 

54-Wurstbudchen-13 - Wurstverkauf-Manfred FastStonex2 inpaintx3 Gimp-Colorized-Enhanced-560

 

 

 

 

 

Szene hinter dem Wurstbudchen zum SSV 1954. Ganz rechts ist die Hauswand vom “Uhren Balser”. Davor, also zwischen Wurstbude und Hauswand, befindet sich das Budchen von Willy Wystrup (und seiner Frau). Dort wurden Südfrüchte und Obst verkauft. (Man beachte auch die ‘Möblierung’, wo die Kundinnen drauf sitzen und ihre Bratwurst im Brötchen verzehren

 

54-05-0024-WSV-Hinterm Budchen-Colorized-Enhanced-560

 

 

 

 

 

Innen verkauft Gretel, die 12 Jahre ältere Schwester von Agnes; wegen ihr ist meine Mutter nach Gießen gezogen. Und so kam es, dass ICH im kath. Schwesternhaus St. Josef am 26. August 1941 ZUR WELT GEBRACHT wurde.

 

54-05-0023-Gretel innen Mutti außen hinten Klapettek Gimp-Colorized-Enhanced, FastStone-560

 

 

 

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Wenn man scharf hinschaut, erkennt man ganz hinten das Reklameschild vom ‘Klapettek’, mit seinem von ihm selber erfundenden und zusammengeschweißten Kinder-Fahrzeug. Er hatte dort hinten eine entsprechende Werkstatt mit Schweißgeräten und zwei Gesellen.

54-05-0023-Ausschnitt- Klapettek Gimp-B560-Colorized-Enhanced

 

Hier möchte ich nun eine Korrespondenz einfügen

 

04.05.26

 

Sehr geehrter Herr Aulbach,

 

 durch Zufall bin ich bei meiner Internetrecherche auf Ihre Webseite gestoßen.

 Kurz zu meiner Person mein Name ist Christian Nachtigall,

ich sammele Leidenschaftlich alte Mopeds und kuriose Fahrzeuge der 50er und 60er Jahre und präsentiere diese in meinem Museum.

 Vor einiger Zeit ist mir ein Dreirad mit Pränafa Motor von Walter Klapettek Giessen zugelaufen, da es nahezu keine Informationen zu finden gibt, war ich super Froh bei Ihnen auf der Webseite einen kleinen Anhaltspunkt gefunden zu haben.

 Nun natürlich meine Hoffnung, ob Sie mir hier vielleicht mit weiteren Information welcher Art auch immer weiterhelfen können?

 Im Anhang habe ich Ihnen mal ein Bild des Dreirads im Fundzustand beigefügt.

 Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

  

Mit freundlichen Grüßen
--------------------------------------

 

50ccm Museum Nachtigall

nternet:ᅠwww.50ccm-museum.de

 

26-Klapettek - IMG_20220320_111324-560

Foto mit freundlicher Genehmigung von 50ccm Museum Nachtigall

 

    26-Klapettek - IMG_20220320_122034-H600

Foto mit freundlicher Genehmigung von 50ccm Museum Nachtigall

 

 

Meine Antwort

04.05.26

 

Donnerwetter, ich wusste gar nicht dass es diese Dinger auch noch mit Motor gibt!

Sehr geehrter Herr Nachtigall,

es freut mich, dass ich Ihnen ein kleines Stück weiter helfen konnte. Aber mehr als auf der Homepage (https://biographie-website-von-manfred-und-barbara-aulbach-in-giessen.de/html/mutti_-_agnes_aulbach.html)* kann ich Ihnen auch nicht mitteilen. 

Interessant, dass Sie bei der Internetrecherche auf meine Website gestoßen sind.

Wir hatten mit dem Herrn Klapettek nur sehr wenig zu tun. Es war ein freundlicher Mann, 1950-1960 in den besten Jahren, ich schätze so zwischen 30 und 40 (vielleicht war er auch etwas älter).  Er stammte meines Wissens aus dem Sudetenland. Ich denke, dass seine Werkstatt einen ganz guten Zulauf hatte, denn es handelte sich hauptsächlich um solche tollen Dreiräder für Kinder, die er mit seinen 2 Gesellen in seiner Werkstatt zusammenschweißte. Und ich bin echt erstaunt, dass er dabei auch noch mit Motor experimentiert hat. Ob er damit bei den Behörden Anklang fand, wage ich zu bezweifeln. Insofern ist Ihr Museumsstück - denke ich - eine echte Rarität (und zeugt auch von der Freiheit, die es damals noch gab).

Ich selber war 1954 so 13 Jahre alt und hatte für technische Sachen eigentlich wenig Interesse. Insofern war ich auch nicht besonders neugierig auf seine Werkstatt.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen nicht mehr mitteilen kann und grüße Sie freundlich,

Manfred Aulbach

 

*) Der Name der Website hat sich inzwischen verändert in

Agnes Aulbach - Imbißhalle Seltersweg

 

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Vielleicht ist es interessant, noch mal einen Überblick herzustellen, um zu wissen, wo was ist:

26-Rund um Seltersweg 7, Gimp, Irfan - B560

Am Ende dieses langen Grundstücks war eine hohe Mauer und dahinter befand sich das Areal vom damaligen "Evangelischen Krankenhaus" - heute als Relikt davon das "Johannesstift Gießen". Und an dieser Mauer und zwar im rechten hinteren Teil des Grundstücks (wenn man vom Seltersweg aus hinschaut) war die Werkstatt. Ein Stück weiter von der Werkstatt nach links war eine kleine Hütte, wofür weiß ich nicht, und links direkt daneben war ein hochgewachsener Holunderbaum unter welchem die beiden Gesellen zum Urinieren gingen. Was meines Ermessens bedeutet, dass die Werkstatt ein Nachkriegs-Behelfsbau ohne Abwasser-Möglichkeit war. - Das Grundstück selber gehörte dem Nachfolger vom "Lotzekasten" (ein uriges Lokal von vorm Kriech), Herrn Freund aus Braunfels. Insofern könnte Herr Klapettek ebenfalls (genau wie wir) ein Mieter (oder Pächter) für jene Behelfswerkstatt bei ihm gewesen sein. 1959 oder 1960 verkaufte Herr Freund das Grundstück an seinen Freund, dem Kaufhausbesitzer Karl Kerber (damals "Kaufhaus Karl Kerber" [KKK], jetzt (2026) "TK Maxx Kaufhaus"). Insofern dürfte das nicht nur das Ende für unsere Wurstbude gewesen sein (1960), sondern vermutlich auch das Ende der dortigen Werkstatt von Herrn Klapettek. 

Warum ist auf der Karte noch das Moma-Restaurante besonders markant vermerkt?

Christian Nachtigall schrieb mir in einem weiteren Brief, dass auf dem Aufkleber am Roller (1955) die Plockstraße 11 genannt wurde (also nicht der Seltersweg 7). Das lässt vermuten, das Walter Klapettek neben seiner Werkstatt auch noch einen Verkaufsladen in der Plockstraße 11 hatte. Und just in diesem Haus ist nun jene Pizzeria Moma.

 

 

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Blick vom Wurstbudchen auf den Seltersweg - 1954 - offenbar an einem weniger belebten, sozusagen normalen Tag. Rechts hinter dem VW das bedeutendste Gießener Lebensmittelgeschäft “Gustav Geisse Giessen” (GGG). Links davon “Wolff” - meines Wissens ein Schuhgeschäft. Und hinter dem kleinen sportlichen Auto der “Leder Meid” .

 

54-05-0009-Seltersweg mit Meid und Geisse FastStone-Colorized-Enhanced, Struktur hell-560

 

 

 

 

 

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