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Anläßlich meines 50sten Geburtstages 1991 war meine Mutter 74 Jahre alt.  Man sieht ihren wunderschön zurecht gemachten Garten im Hintergrund. Der Garten war ihr Kunstwerk, das Haus war ihr Lebenswerk, dessen Anfang sie einer 10-jährigen aufreibenden Arbeit als Eigentümerin einer Wurstbude in der Gießener Hauptgeschaftsstraße Seltersweg zu verdanken hat. Ihre einzige große Liebe war mein Vater, ein gut aussehender Mann, doppelt so alt wie sie, und sie war ebenfalls eine große Liebe von ihm, jedoch er war natürlich verheiratet mit Kindern. Mir, ihrem einzigen Kind gegenüber, war sie sehr ambivalent. Wiewohl sie im Grunde ein herzensguter Mensch war, hatte sie offenbar von ihrer Kindheit her einen Knacks im Urvertrauen. Insofern konnte sie manchmal ziemlich nervig und irrational sein mit unkontrollierten Schrei- und Tobsuchtsanfällen, vor allem mir gegenüber, da ich ihr persönlich am Nächsten stand. Das hat mich jedesmal tagelang extrem stark mitgenommen. - Sie lebte bis 1995, ist also immerhin 78 Jahre alt geworden. Sie hatte mir in der Zeit, als sie im Krankenhaus lag, ganz offiziell notariell das Haus übereignet, dessen oberes Stockwerk sowieso von Anfang an für mich gedacht war - und dort leben Barbara und ich auch noch heute.

 

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1986 beim Bowle-Trinken im Garten - Mutti ist gut gelaunt!

 

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1991 - Zu meiner Cousine Waltraud (Tochter von Gretel) hatte meine Mutter ein besonders vertrauensvolles Verhältnis - ähnlich wie zu ihrer 12 Jahre älteren Schwester Gretel selber. Vermutlich hatte Gretel eine Art Mutterrolle gegenüber der kleinen Angnes, nachdem die leibliche Mutter Agatha 1917 verstarb, als die kleine Agnes 9 Monate alt war. (siehe auch Bessemicher Herkunft)

Ich selber hatte in dieser ‘Groß-Familie’ in Gießen (bestehend aus: meiner Mutter Agnes, Sohn Manfred, Tante Gretel, ihr Ehemann Onkel August, mein Cousin Günter, Cousine Waltraud) leider die Rolle des Schwarzen Schafes. Dafür war meiner heutigen Vermutung nach hauptsächlich Tante Gretel verantwortlich. Verhärmt, lebens-schwach und in ihrer Ehe gedemütigt durch einen paranoiden und brutalen Säufer, hatte sie Trost in der Tatsache, dass sie ja verheiratet war, jedoch meine Mutter eben nicht. Und folglich musste das uneheliche Kind (also ich) natürlicherweise dann ein Verrecker sein, während ihre eigenen Kinder dazu im Kontrast brav & ordentlich waren. - Leider ist meine Mutter nur allzu bereitwillig auf dieses fiese (unbewusste) Paradigma insbesondere von Gretel und im Gefolge ihrer Tochter Waltraud eingegangen.

 

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Ca. 1954 mit meinem Cousin Günter. Mutti war eine große Katzenliebhaberin. Die ‘Minzchen’ hatten immer beides: Freiheit (d.h. für Katzen konkret: ausgiebig in der Pampa herumtigern) und Geborgenheit & Liebe, welche solche freien Katzen postwendend mit 10-facher Verstärkung zurückgeben! - Günter & ich, wir waren so eine Art Brüder in dieser Großfamilie.

 

54-05-0034-Mutti mit Kätzchen und Günter-560

 

 

 

 

 

1956 - Mutti (39 J) und ich (15 J) - bei einem unserer Fahrradausflüge nach Kloster Arnsburg (zusammen mit meinem Cousin Günter)

 

56-05-Nr-003-Meine Mutter und Günter bei einem unserer Fahrrad-Ausflüge nach Kloster Arnsburg-560

 

 

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1956 Wanderung zum Schiffenberg - im Hintergrund die Gail’schen Tonwerke

 

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ca. 1954 - unser Weihnachtsbaum im Teufelslustgärtchen

 

            54-06-0010-Tannebaum, bl&white, pse7-H600

 

 

 

 

 

1974 - Gießener Aufführung der ‘Mutter Courage’ im Stadttheater. (Der Wagen stand hinter dem Stadttheater. Meine Mutter traf ich dort zufällig).

 

74-Agnes - Mutter Courage 1974-1-sharpen-560

 

Trotz ihrer energischen Mutter-Courage-haftigkeit hatte sie auch enorme neurotische Anteile, unter denen besonders ich zu leiden hatte. Jeder, der mit mir länger zu tun hatte, kann sich an ihre ‘Rumpelstilzchen’-Anfälle erinnern (wie Erika das nannte). Da war sie total unbeherrscht und außer sich, stampfte mit den Füßen auf, wälzte ihre Zunge im Mund herum und schrie völlig durchgedreht beim gleichzeitigen Aufstampfen. Es ging ihr dann beispielsweise um irgendwelche eingebildeten Kränkungen - oder es war ihr wichtig, mich zu kränken. Da gab es keinerlei Chance ihr irgendwas vernünftig zu erklären. Mich hat sowas immer viele Tage lang wirklich echt mitgenommen. - Andererseits hat sie mich in allem gefördert und unterstützt: meine Freiheit, mein Bildungsinteresse, meine Reisen. Ich habe ihr diesbezüglich unendlich viel zu verdanken! Vgl. dazu beispielsweise ihr Brief an mich nach Moskau zu den Weltfestspielen 1957.

 

 

 

 

 

Dieses Bild in großer Gemäldegröße hatte meine Mutter in unserem Schlafzimmer im Teufelslustgärtchen aufgehängt. Es war offenbar eine Erinnerung an ihre Kindheit, als sie mit ihrem Bruder Franz zusammen die Gänse hütete. Franz war das zweitjüngste der 12 Kinder der Aulbach-Familie in Oberbessenbach. Mit Franz hatte sie auch später noch viel Kontakt.

 

52-Carl Frithjof Smith-Gäsepiken, 1896 - (560)

 

 

 

 

 

Schätzungsweise auch so 1954/55. -  Mit Onkel Franz, seiner Frau Gretchen und der kleinen Inge im Palmengarten in Frankfurt. Rechts Angnes, die 2 Jahre jüngere Schwester von Franz. Das Foto ist von mir. Franz hat die kleine Inge am Händchen.

 

54-05-0002-Franz, Gretchen, Inge, Angnes - Palmengarten Ffm

 

 

 

 

       54-05-0005-Im Inneren des Palmengartens (Ausschnitt), bl&white-H600

 

 

 

 

 

Marrie und Angnes - schätzungsweise so um 1932. Angnes ist offenbar ungefähr 15. Mit ihrer Schwester Marrie hatte sie bis zu ihrem Lebensende immer wieder Kontakt. Tante Maria war 3½ Jahre älter als ihre Schwester Agnes. Marrie ist kurz nach dem Tod meiner Mutter ebenfalls verstorben. Beide Schwestern waren robuste & extrem lebenstüchtige Frauen. Mit der Tochter von Marrie - Marilies - hatte ich auch später noch Verbindung.

 

Marrie und Angnes (Ausschnitt)-sharpen-denoise-B+W5-560

 

 

 

 

 

32-Angnes (Ausschnitt)-560

 

 

 

 

 

Und so sieht das Produkt Ihrer Jugend & Schönheit aus - im Jahr 1941, mein Geburtsjahr

 

41-Ich als Säugling-silver projects-560

 

 

 

 

 

Und so sah mein Vater um diese Zeit aus. Er war damals ungefähr 50 Jahre alt - Genaues weiß ich nicht. Ich hatte mit ihm extrem wenig zu tun. Er war in Düsseldorf gebürtig - also Rheinländer - und da sein Vorname Jakob war (genauer Jakob Opderbeck) wurde er ‘Köbes’ genannt, auch von seiner jungen Geliebten Angnes.

 

40-Köbes-2, impaint,pse, black & white-560

 

 

 

 

 

Und als kaiserlicher Uniformträger schätzungsweise so 1915, also mit ca. 25

 

           15-Köbes-1, impaint-H600

 

 

 

 

 

Angnes mit 22-23

 

           40-01-Agnes mit 22-23-H600

 

 

 

            40-02-Agnes mit 22-23-H600

 

 

 

 

 

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Nach ihrem Tod haben wir uns jedes Jahr an einem schönen sonnigen Sommertag an ihrem Grab zur Pflege und zu ihrem Gedenken getroffen. Hier 2003 mit Wein, Sprudel und Musik

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03-P5161273-Grabpflege + Bank mit Flaschen-560

 

 

 

 

 

03-P5161329-Kater auf Friedhofsbank-560

 

 

 

 

Ich hatte mir dafür extra einen schönen Platz mit Aussicht ausgesucht, der allerdings auch einiges kostete. Zusammen mit der schweren Bank, die wir uns jedes Mal dort hinschleiften (und anschließend natürlich wieder zurück), war der Platz perfekt!

 

03-P5161291-Friedhof-Nachmittagssonne-2-560

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

03-P5161339-Grabstein von Mutti-560

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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