1980-Wanderung mit den Grünen

Ende 1979 wurden die Grünen gegründet. Es war ein Zusammenschluß verschiedener Grüner Parteien, die vorher einzeln auf keinen grünen Zweig kamen. Ich selber war seit 1977 Mitglied in der Grünen Aktion Zukunft (GAZ), dessen Hauptmacher auf Bundesebene Herbert Gruhl war (“Ein Planet wird geplündert”). In Gießen war der Hauptmacher Eckehard Gierschick (“Ecki”). Er und seine Frau Gabi waren schon seit Jahren in der Grünen Bewegung aktiv und hatten schon große Opfer an Zeit und Geld gebracht. Ende 1978 zog ich mich allerdings wieder aus der GAZ zurück. Zu viele eigenartige Unterwanderungen hatten sich dort auf Hessenebene abgespielt, die mir die Lust an der Sache verdarben. Als dann die Grünen gegründet werden sollten, kam Ecki bei uns (Barbara und mir) vorbei und frug mich, ob ich mich daran beteiligen wolle. Ich überwand meine anfängliche Skepsis und war dann Feuer & Flamme. Auch Barbara war mit von der Party. Ecki und ich waren nun die wichtigsten Organisatoren, die den Ortsverein Gießen aufbauten. Das Leben der Partei in Gießen blühte auf und Ecki begann dann anschließend im Kreis Gießen die Grünen zu organisieren. Die Kommunalwahl 1981 für die wir uns alle sehr engagierten, war ein voller Erfolg: 4 Abgeordnete der Grünen zogen im Frühjahr ins Gießener Stadtparlament. - Damit war aber auch schon der Anfang vom Ende vorgezeichnet. Das jetzt im Einzelnen aufzuführen ist hier nicht der Platz. Es gibt eine wissenschaftliche Veröffentlichung von mir: Manfred Aulbach -  “Die Paradoxie der Grünen als ‘alternative’ Partei”. Soziologisches Forum Heft 10, Gießen 1984. Dort kann man die entscheidenden kritischen Punkte nachlesen. Was dort allerdings nicht geschrieben steht, was aber meine Vermutung ist, die sich bislang nicht beweisen läßt, daß bei dem sich abzeichnenden Erfolg der Grünen diverse Agenten auch in den Grünen Stadtverband eingeschleust wurden. Solche Agenten sorgen dann unter anderem dafür, daß es zu einem Gegeneinander kommt und daß der schöne Zusammenhalt zerstört wird. Ende 1980 gab es noch jenen Zusammenhalt.

Die Folgenden Fotos stammen von einer Wanderung von Mitgliedern des Gießener Stadtverbandes zum Waldgasthaus Hochwart. Das hatte folgende Bewandnis: Jenes Ausflugslokal mit einem großen Tierpark-Gelände war eine Enklave innerhalb eines militärischen Sperrgebietes mit Truppenübungsplatz. Diese Enklave empfanden die Militärs und ihre politischen Sympathisanten ab 1980 als störend und sie sollte beseitigt werden. Die Grünen machten sich also stark dafür, daß jenes schöne Waldgasthaus samt Wildpark erhalten blieb. Tatsächlich wurden dann die Pläne des Verteidigungsministeriums fallen gelassen und das Waldgasthaus Hochwart besteht heute immer noch -  samt Wildpark.

Die Wanderung im Herbst 1980 war also eine Art zünftige Ortsbegehung des Objekts seitens einiger der Aktiven des Grünen Stadtverbandes.

 

Hier also ist der Start: Den Alten Steinbacher Weg entlang geht’s durch den Wald Richtung Steinbach.

Vorneweg ist Udo und links neben ihm Marita, die Freundin von Helge. Der schnelle Junge neben Udo ist der Sohn Boris von Ecki und Gabi. Gabi sieht man links im schwarzen Mantel.

 

 

(01)-02-Hochwart (1980)-0025-Alter Steinbacher Weg-560-1

 

 

 

 

 

Links ist Barbara und rechts im Bild sieht man eine sehr wichtige, aktive Figur dieser Anfangsphase, Siegfried. Er hatte phantastische Wahlplakate und eine klasse Broschüre (in Auflage von 10.000) für den Wahlkampf (auf eigene Kosten!) herausgebracht. Er war später Abgeordneter im Stadtparlament. Er machte gerade seinen Biologie-Dr. und hatte wenig Zeit. Deshalb ging er nur ein Stück mit, kam aber später mal kurz mit dem Auto zur Hochwart-Gaststätte.

Im Hintergrund sieht man die Eingrenzung der Hoppla und den kleinen Weg von der AfE (Abteilung für Erziehung, heute Phil II) zur Licher Straße hoch.

 

 

(02)-16-80-01-Nr-029-Hase und Siegfried-1-560

 

 

 

 

 

Der Waldweg nach Steinbach

 

 

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Angekommen: Das also war (und ist) das Tierpark-Gelände des Waldgasthauses Hochwart

 

 

(06)-04-80-01-Nr-014-Rehe-1-560

 

 

 

 

 

Die Tür des Gasthauses. - Nach ausgiebigen Gesprächen samt Zechgelage verlassen die Grünen Nachmittags das Lokal. Vorne in der Tür steht Christian, der zu der Zeit sehr viel an Organisationsarbeit für die Kommunalwahlen geleistet hat. Er war später Abgeordneter. Dahinter kommen ich und Helge.

 

 

(07)-18-Hochwart (1980)-0011--Kneipentür-560

 

 

 

 

 

Der Typ mit dem breiten Scheitel und der Reval im Mund ist Ecki. Rechts noch mal Christian und links Marita.

 

 

(08)-12-80-01-Nr-022-Truppe vor Gaststätte-1-560

 

 

 

 

 

Links ist Udo und hinter ihm Andreas, der Freund und Juristenkommilitone von Helge. Rechts Helge, in der Mitte ich. Helges Anliegen bei den Grünen war eine Friedensgruppe, die sehr rührig war. Insofern paßte diese Geschichte mit dem Militärgelände natürlich voll in sein Konzept.

 

 

(09)-13-Hochwart (1980)-0015-Viererbande vor Gaststätte-2-560

 

 

 

 

 

Mit Helge (und Marita) hatte ich (und Barbara) auch später, nach unserem Austritt aus den Grünen, noch Kontakt. Wir besuchten die beiden öfters. Außerdem war er 1984 einer unserer beiden Trauzeugen. Wir hatten jedenfalls immer genügend politischen Gesprächsstoff. Er war Jurist und ich Sozialwissenschaftler. Mein eigenes Hauptinteresse bei den Grünen war eine grüne Theoriegruppe, die sich theoretisch mit dem Woher und Wohin der Grünen befassen sollte. Barbara und ich machten in diesem Zusammenhang eine Reihe qualitativer Interviews mit Mitgliedern der Gießener Grünen, die wir in einer Broschüre für die Gießener Grünen intern verbreiteten. Darin wurde unter anderem auch die Frage nach der Entwicklung hin zu einer “Grünen FDP” thematisiert - was ja heute traurige Realität ist. Jedenfalls in Gießen.

 

 

(10)-19-Hochwart (1980)-0010-Helge + Manni vor Kneipe-1-560

 

 

 

 

 

Hier ist Gabi. Sie und Ecki waren übrigens schon ab Ende der 60er Jahre am Aufbau des Gießener Kinderladens beteiligt (zu der Zeit als Horst Eberhard Richter dort eine Art Supervisor war und u.a. darüber 1972 das Buch “Die Gruppe” veröffentlichte). Barbara hatte am 1. März 2013 ihr 25 jähriges Arbeitsjubiläum im Kinderladen.

 

 

(11)-17-80-01-Nr-030-Gabi vor Kneipe-1-560

 

 

 

 

 

Anschließend besichtigt die grüne Truppe den Truppenübungsplatz.

 

 

(12)-14-80-01-Nr-024-Grüne Truppe auf dem Truppenübungsplatz-2-560

 

 

 

 

 

Rechts der Boxer-Hund ist ‘Hexe’ der Hund von Ecki und Gabi.

 

 

(13)-15-80-01-Nr-025-Truppe auf Panzer-2-560

 

 

 

 

 

An der Licher Straße endet das Militärgelände. Auf dem Schild steht: “Grenze des Standortübungsplatzes. Berühren und Aneignen von Gerät, Munition und Munitionsteilen ist verboten. Der Bundesminister der Verteidigung”.

 

 

(15)-06-80-01-Nr-016-Grenze Standortübungsplatzes-560

 

 

 

 

 

Auf der anderen Seite des Weges ist das Schild zum Waldgasthaus Hochwart. 100 m ist natürlich der übliche Quatsch. Ich schätze mal, so 300 m werden’s schon noch sein. Rechts ist die Licher Straße. Nach oben gehts Richtung Steinbach, nach unten Richtung Gießen.

 

 

(14)-09-Hochwart (1980)-0027-Hochwartschild-560

 

 

 

 

 

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